Ja zum Schutz des Lebens

Schwangerschaftsabbrüche vermeiden – Angst vor der Zukunft nehmen – Perspektiven eröffnen

Unter der Annahme, dass es sich in Vorarlberg ähnlich wie in den unmittelbaren Nachbarländern Bayern, Baden-Württemberg, St. Gallen und Graubünden verhält, müssen wir von einer Zahl von 453 – 470 Abbrüchen pro Jahr ausgehen.

Durchschnittlich werden in Vorarlberg ca. 12 % aller Schwangerschaften abgebrochen.

Diese Zahlen geben zu denken.

Seit 35 Jahren fehlen sogenannte „flankierende Maßnahmen“ wie zB die Trennung des beratenden und des abtreibenden Arztes – völlig inakzeptabel.

Nach wie vor gibt es auch keine Motivforschung, ja nicht einmal eine anonyme Statistik, um die Zahl der Abtreibungen und damit ihre gesellschaftspolitische Dimension zu erfassen.

Vorbeugung

Zwei wichtige Ansätze:

=> Sexualerziehung

=> niederschwellige Beratungsangebote

In Österreich ist seit dem Jahr 1970 Sexualerziehung als Unterrichtsprinzip vorgeschrieben.

Wie das Schicksal anderer Unterrichtsprinzipien, hängt auch dieses Unterrichtsprinzip vom Engagement einzelner Lehrpersonen und Schulen ab.

Doch nur Aufklärung allein, ich spreche hier von meistens an Fakten orientierter Informationsvermittlung, wirkt nicht.

Laut einer österreichischen Studie ist trotz verpflichtendem Aufklärungsunterricht nur ein Drittel gut über Verhütung informiert.

Daher ist das Unterrichtsprinzip „Sexualerziehung“ umfassend zu verstehen und anzubieten:

Werte in Bezug auf die Sexualität, Entstehung des Lebens, Wissen über weiblichen und männlichen Körper und seine Entwicklung, Förderung partnerschaftlichen Verhaltens, Methoden der Verhütung und deren Wirkweisen, ungewollte Schwangerschaft und Wege aus der Krise.

Und – als weiteres Lernziel – „Zugang zu Beratung“, damit Jugendliche wissen, wohin sie sich im Krisenfall wenden können und was sie von den Beratungsstellen erwarten können.

Daher sind sexualpädagogische Konzepte erforderlich, die auch das Emotionale miteinbeziehen, die neben der Vermittlung von Fakten auch auf die Wünsche und Ängste der Jugendlichen eingehen, die sich auch mit eigenen, den familiären und gesellschaftlichen Werten befasst und vor allem, die der Beziehungsebene zwischen den Partnern und dem eigenen Verhalten einen großen Stellenwert einräumt.

Dafür braucht es gut ausgebildete Sexualpädagogen.

(Ausbildung im September in Schloss Hofen)

Zukunft

Insgesamt müssen wir uns schon die Frage stellen: „Wie kinderfreundlich ist unsere Gesellschaft?“

Wir sind der Meinung, dass wir, die Politik, die große Aufgabe haben, Alternativen zum Schwangerschaftsabbruch zu bieten.

Das beginnt bei der Diskussion um Werte und Kinderfreundlichkeit und hört auf bei finanzieller Unterstützung von Betroffenen. Es gilt insgesamt, ein Klima zu schaffen, das ein JA zum Leben ermöglicht.

Nicht verurteilen, sondern hinschauen und helfen.

Wir müssen aber auch fragen, welche Rolle spielen die Väter in dieser Debatte?

Wenn wir von Kindern sprechen, dann geht es nicht nur bloß um quantitatives Wachstum einer Gesellschaft, um demographische Daten, sondern um BEREICHERUNG und um ZUKUNFT.

Die intensive Befassung mit diesem Thema hat uns dazu bewogen, eine Landtagsenquete „Ja zum Schutz des Lebens“ mit namhaften Referenten aus den Bereichen Medizin, Recht, Familie, Sexualpädagogik und Ethik zu initiieren.

Weil uns ein JA zum SCHUTZ DES LEBENS so wichtig ist, haben wir die Initiative ergriffen und diesem Thema eine Landtagsenquete gewidmet.

Als Vorbereitung für die von uns beantragte Enquete und um die Bemühungen der Woche des Lebens zu unterstützen, haben wir die heutige Pressekonferenz diesem wichtigen Thema gewidmet.

Es gilt, verschiedene Aspekte dieser Thematik zu beleuchten und einen fachlichen Input zu liefern, um anschließend ein konkretes Maßnahmenbündel schnüren und politisch umsetzen zu können.