ORF Skandal zieht immer weitere Kreise

Der Skandal um eine ORF Reportage über zwei Neonazis auf einer FPÖ Veranstaltung in Wr. Neustadt zieht immer weitere Kreise. Wir haben versucht einen Überblick zu erstellen: Was ist passiert ist wirklich passiert an jenem 12. März 2010?

Aus den Vernehmungsprotokollen der Polizei:

So sagte einer der ORF-Nazi-Statisten aus: “Ed (Anm.: Moschitz) trug uns auf, uns möglichst aggressiv und Strache gegenüber beleidigend zu verhalten. Ed sagte uns zu, uns für einen “Sieg-Heil”-Ruf 80 Euro Prämie zu bezahlen, dies zusätzlich zu den 100 Euro, die wir für jeden Drehtag bezahlt bekommen.”

Weiter heißt es in der Aussage: “Ed sagte sinngemäß, “sagt es einfach, das andere bereden wir dann nachher”. Daraufhin sagte ich “Sieg Heil” in die Kamera.” Und weiter: “Wir gingen dann mit Ed in ein naheliegendes Lokal und tranken dort ein Bier. Ed war total aufgeregt und sagte zu uns, dass wir ihn schützen und die Schuld auf uns nehmen sollen. Er bot uns dafür auch einen dementsprechenden Preis, dessen Höhe jedoch erst später konkret besprochen werden sollte.”

Eine andere Aussage lautet folgendermaßen: “Mein Freund lernte Ed im Zuge von Dreharbeiten für eine Schauplatzdokumentation über Kampfhunde kennen. Das war glaublich Oktober 2009. Im Jänner oder Februar dieses Jahres hat Ed eine Doku über den Alltag der Rechtsextremen drehen wollen und sich wieder an meinen Freund gewandt. Da dieser wusste, dass wieder 100 Euro pro Drehtag gezahlt werden, hat er zugesagt.”

Über den nämlichen Freitag, 12. März 2010, heißt es in der Aussage: “Wir waren Vormittag zunächst beim AMS, danach fuhren wir zu einem Shop, der rechte Sachen verkauft. Wenn ich wir sage, meine ich meinen Freund, Ed, einen Kameramann und einen Tontechniker und mich. Ed gab vor dem Shop an meinen Freund 50 Euro und trug ihm auf, etwas zu kaufen. Mein Freund kaufte sich zwei Leibchen mit rechten Symbolen, ein Feuerzeug mit der Aufschrift Ehre und Vaterland und eine Fahne mit Adler und Kreuz. Ed nahm für einen anderen noch ein Häferl mit einem deutschen Kreuz mit. Den Nazi-Statisten wurde in einem Lokal “von Ed aufgetragen, dass sie sich bei der Strache-Veranstaltung in Wiener Neustadt etwas provokanter verhalten sollen.

Gegen 15.20 Uhr fuhren wir dann nach Wiener Neustadt.” Weiter: “Ed sah dann eine Frau, welche ein Plakat mit der Aufschrift “Wir sind Österreicher – keine Nazis” bei sich hatte. Ed sagte zu den anderen, dass sie auch solche Plakate machen sollen. Alle gingen in ein Papiergeschäft und kauften Papier und einen Eddingstift und schrieben Slogans auf die Plakate.” Einer der Slogans lautete “Ihr seid Dreck”. “Mit diesen Plakaten schickte sie Ed zu den Linken, welche sich sehr darüber aufregten. Diese Aktion wurde natürlich wieder gefilmt.”

“Zu einem der anderen sagte Ed auch noch sinngemäß “Sag Sieg Heil zu ihm”. Dieser schaute zuerst ungläubig, wiederholte nochmal leise “Sieg Heil”. Als Strache dann bei ihnen war, sagte der andere “Sieg Heil”. Ich hörte diesen Ausspruch nur einmal. Danach gab es eine Diskussion zwischen Strache und Ed.”

Pressemeinungen zum Thema:

Salzburger Nachrichten

Andreas Unterberger