Der Jugend Perspektiven bieten – Schaffung zusätzlicher Lehrstellen fördern

Die Entwicklung am heimischen Arbeitsmarkt im Bereich der Jugendbeschäftigung erfordert eine klare Unterstützungsoffensive des Landes.

Ende September 2009 lag laut AMS die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden mit 518 (261 Burschen und 257 Mädchen) um 134 Lehrstellensuchende bzw. 34,9% deutlich über den Werten vom September 2008. Diesen Lehrstellensuchenden stehen aber lediglich 239 sofort verfügbare Ausbildungsplätze gegenüber, das sind in absoluter Zahl nur 2 bzw. 0,8% mehr als im September des Vorjahres.

Um die benötigten Ausbildungsplätze für unsere Jugendlichen zu schaffen, sollte Betrieben, die trotz angespannter Wirtschaftslage bereit sind, zusätzliche Lehrlinge auszubilden, der ursprüngliche ‚Blum-Bonus’ (400 Euro pro Monat im ersten Lehrjahr, 200 Euro im zweiten und 100 Euro im dritten Lehrjahr) in vollem Umfang vom Land zuerkannt werden. Die von Land und AMS im Jugendbeschäftigungsprogramm 2009 verankerte Lehrstellenförderung für benachteiligte Jugendliche für die ersten beiden Lehrjahre geht zu wenig weit, da keine Förderung für das dritte Lehrjahr zuerkannt wird und zudem der Bezieherkreis auf benachteiligte Jugendliche beschränkt ist. Dadurch soll die Differenz zwischen den nachgefragten und angebotenen Lehrstellen verringert werden.

Neben dem vollständigen „Blum-Bonus“ für die Ausbildung zusätzlicher Lehrlinge muss auch die Schaffung von mehr Lehrstellen im öffentlichen Dienst forciert werden. Das Land Vorarlberg hat hier seine Vorbildfunktion wahrzunehmen und mit gutem Beispiel voranzugehen und in weiterer Folge die Gemeinden zu motivieren, ebenfalls verstärkt Lehrlinge auszubilden.

Die Bildung von Lehrverbünden ist sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst gesetzlich möglich. Die Praxis ignoriert diese Möglichkeit, obwohl dadurch im öffentlichen Dienst gerade auch in kleineren Gemeinden zusätzliche Lehrstellen geschaffen werden könnten, die ohne Lehrverbund wegen der anfallenden Aufgaben in der Ausbildung sonst nicht möglich wären.

Jugendliche ohne Perspektive laufen Gefahr, ihren Halt in der Gesellschaft zu verlieren. Jeder arbeitslose Jugendliche ist einer zu viel. Eine Investition in unsere Jugend ist letztendlich eine Investition in die Zukunft unseres Landes und – durch die Ausbildung von Facharbeitern – auch eine Investition in die Zukunft der heimischen Betriebe und des Wirtschaftsstandorts.

Die unterzeichnenden Abgeordneten stellen daher gemäß § 12 der Geschäftsordnung des Vorarlberger Landtages nachstehenden

A N T R A G

Der Vorarlberger Landtag möge beschließen:

„Die Vorarlberger Landesregierung wird ersucht,

1. im Rahmen des zukünftigen Jugendbeschäftigungsprogramms 2010 zur Förderung zusätzlicher Lehrstellen den erfolgreichen, ursprünglichen „Blum-Bonus“ – 400 Euro pro Monat im ersten Lehrjahr, 200 Euro im zweiten und 100 Euro im dritten Lehrjahr – in vollem Umfang zu gewähren,

2. verstärkt Lehrlinge im Landesdienst auszubilden,

3. bei jenen Unternehmen, die mehrheitlich im Eigentum des Landes stehen, für die Aufnahme zusätzlicher Lehrlinge einzutreten und

4. Gespräche mit dem Gemeindeverband zu führen, um auch die Vorarlberger Gemeinden zur Schaffung zusätzlicher Lehrstellen und Lehrverbünde zu bewegen.