Steigerung der Energieeffizienz – Goodbye Stand-by
Selbständiger Antrag der Landtagsabgeordneten Mag. Siegfried Neyer undKlubobmann Ing. Fritz Amann, Freiheitliche, sowie Dr. Thomas Winsauer undKlubobmann Dr. Rainer Gögele, ÖVP
Steigerung der Energieeffizienz – Goodbye Stand-by
Wie der Verein für Konsumenteninformation ermittelt hat, erreichte Österreich einen unrühmlichen Stockerlplatz: In einem unter 19 europäischen Ländern durchgeführten Vergleich belegen wir nach Deutschland Platz 2, wenn es um den Stand-by-Anteil am gesamten Stromverbrauch geht. Ganze 2,5 Prozent des Gesamtverbrauchs werden somit ohne effektiven Nutzen verschwendet. Andere Länder benötigen nicht einmal ein Viertel davon, etwa die Norweger, die wohl unbestritten über denselben Lebensstandard wie wir verfügen, mit nur 0,6 Prozent.
Und das ist nur der Anteil am gesamten Stromverbrauch, also Industrie, Handel, Verkehr, Verwaltung etc. mit eingeschlossen. Legt man den Fokus hingegen auf die privaten Haushalte, so zeigt eine Studie der Internationalen Energie Agentur für ausgewählte Länder, dass der Stand-by-Betrieb von Geräten durchschnittlich sogar rund 7,5 Prozent des Strom-Haushaltsbudgets verschlingt. Die österreichische Regulierungsbehörde e-control hat errechnet, dass für die Erzeugung des gesamten Stand-by-Stroms derzeit ein Kraftwerk mit einer Leistung von 150 Megawatt (MW) erforderlich ist. Zum Vergleich: Das Lünerseewerk der Illwerke „schafft” aus Zufluss und Jahrespumpspeicherung im Jahr 170 Megawatt, aus Wälzpumpspeicherung im Jahr 201 Megawatt.
Berechnungen zufolge gehen 0,5 Prozent des Ausstoßes an Kohlendioxid in Österreich auf das Stand-by-Konto. Stand-by bedeutet: höhere Umweltbelastung und höhere Stromkosten – selbst für einen durchschnittlich ausgestatteten Haushalt. Dieser verbraucht mit zwei Personen derzeit rund 4100 Kilowattstunden (kWh) Strom, mit vier Personen 6200 kWh. Der Durchschnittsverbrauch aller Haushalte liegt bei 4.600 kWh pro Jahr. Der Anteil der Stromkosten, die durch Stand-by erzeugt werden, beläuft sich nach Schätzungen der VKW auf bis zu durchschnittlich 70 Euro. Dies war mit ein Grund für eine im Herbst 2005 gestartete Informationskampagne der VKW zum Thema „Stand-by-Energie”. Die dadurch erreichte Sensibilisierung der Bevölkerung muss jedoch kontinuierlich fortgesetzt werden. Zwischen fünf und zehn Prozent der jährlichen Stromkosten eines Haushalts entfallen auf folgende Geräte: TV-Gerät und Heimkino, Videorecorder und DVDPlayer, Hi-Fi-Anlage und Radio, PC und Drucker, Anrufbeantworter, Handy und Schnurlostelefon. Und alle verbrauchen Strom, auch wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind.
Im Sinne der Steigerung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes wird es notwendig sein, alle Potentiale zur Senkung des Stromverbrauchs zu nutzen. Dazu gehört zweifelsohne auch die Reduktion des Stand-by-Betriebs bei diversen Stromgeräten, ebenso wie die konsequente Sensibilisierung der Bevölkerung in Sachen Stromverbrauch. Vor diesem Hintergrund stellen die unterzeichnenden Abgeordneten nachfolgenden
ANTRAG
Der Vorarlberger Landtag möge beschließen: „Die Vorarlberger Landesregierung wird ersucht, sich bei der Bundesregierung dafür einzusetzen, dass
1. diese auf EU-Ebene auf eine Richtlinie drängt, wonach Elektrogeräte nicht mehr mit Stand-by-Funktion ausgestattet bzw die Geräte mit einem Netztrennungsschalter versehen werden,
2. diese auf EU-Ebene auf eine Richtlinie drängt, wonach der Einsatz von hocheffizienten Beleuchtungssystemen sukzessive verpflichtend vorgesehen ist,
3. bundesweit eine Informationskampagne zur Vermeidung des Stand-by- Betriebs von elektrischen und elektronischen Geräten durchgeführt und die Bevölkerung in dieser Frage sensibilisiert wird.”
